Methode

 

Die intraligamentäre Anästhesie als Möglichkeit der Analgesie eines einzelnen Zahnes ist mehr als eine Alternativvariante, wenn andere konventionelle Methoden versagt haben. Sie bietet in hohem Maße Sicherheit der Schmerzausschaltung für einen großen Teil der Behandlungen einzelner Zähne, wie konservierenden Maßnahmen, Kronenpräparationen oder Extraktionen.
 
Eine der ersten Veröffentlichungen über die Möglichkeit einer Einzelzahnanalgesie durch Injektion von Lokalanästhetika in das Ligamentum circulare erschien 1925 als Promotionsarbeit von Charles-Louis BOURDIN:
 
„L’Anesthésie par l’injection intra-ligamentaire
pour l’extraction des dents“.
 
Bourdin kommt bereits 1925 zu folgenden Schlussfolgerungen:
 
Die Anästhesie durch intraligamentäre Injektion ist die logischste, da sie die
  Anästhesieflüssigkeit genau an den Eingriffsort bringt.
Sie ist weniger toxisch, da nur wenige Tropfen Flüssigkeit für jede Intervention ausreichen.
Da nur Gewebe infiltriert werden, die im Verlauf der Operation (der Extraktion) zerstört
werden, bietet sie keine Ansatzpunkte für Gefahren und Infektionen.
Die Wirkung der ILA tritt rasch ein und ist dauerhaft.
   
Zum Status der intraligamentären Anästhesie untersuchten GIOVANNITTI und NIQUE (1983) im Auftrag des US-amerikanischen Council on Dental Materials, Instruments and Equipment die ILA. Sie kommen bereits bei den damaligen technischen Voraussetzungen zu der Feststellung, dass die periodontale Ligament-Injektion unter Verwendung von konventionellen oder speziellen ILA-Spritzen eine wirksame Möglichkeit zur Erzielung einer angemessenen Pulpaanästhesie darstellt. Sie verlangt allerdings eine Aneignung der benötigten manuellen Fertigkeiten, um durchweg günstige Ergebnisse zu erzielen.
 
Eine breitere Anwendung der Methode bedurfte damals der wissenschaftlichen Klärung noch offener Fragestellungen, wie z. B.
 
der histologischen Effekte am Periodont, verursacht durch die intraligamentale Injektion.
Ausbreitung der Anästhesielösung durch das periodontale Ligament und die
  angrenzenden Strukturen.
Mechanismen der Anästhetikawirkung.
Effekte der intraligamentalen Injektion auf das Pulpengewebe.
unerwünschter systemischer Nebeneffekte.
 
In der Zwischenzeit konnten die aufgeworfenen Fragen weitgehend beantwortet werden. Forschungsergebnisse und Erfahrungen der Praxis haben die Voraussetzungen für die routinemäßige Anwendung der ILA bei präzise definierten Indikationen sowohl als primäre als auch sekundäre Methode der Lokalanästhesie geschaffen.
 
Sie gewährleistet:
 
Sicherheit für Patienten und Behandler.
gute Kompatibilität mit den Erfordernissen der Zahnerhaltung.
ausreichende Anästhesietiefe für alle Zahn erhaltenden Therapienen und unkomplizierte
  Extraktionen einzelner Zähne.
geringes Potenzial von unerwünschten Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten.
Wirtschaftlichkeit in der Praxisführung.
 
Triade des Anästhesie-Erfolgs: Instrumente – Anästhetika – Methoden-Beherrschung
 
Die intraligamentäre Anästhesie ist als sichere Methode der zahnärztlichen Lokalanästhesie einzustufen. Voraussetzung ist
 
die Beherrschung der Methode durch den Behandler.
die Anwendung lege artis adäquater Instrumentarien, mit denen die anatomischen
Verhältnisse des Patienten sicher gespürt werden können, z. B. den Dosierrad-Spritzen
  vom Typ SoftJect.
die Verwendung bewährter Anästhetika vom Articain-Typ mit Vasokonstringenzien.
 
Dies sind die Garanten einer weitgehend erfolgreichen und Patienten schonenden Schmerzausschaltung vor zahnärztlichen Behandlungen ohne ungewünschte Nebenwirkungen. (Zugal et al. 2005).

 

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